StueOne | Gunnar Müller

Mein Name “StueOne” geboren in Berlin- Prenzlauer Berg. Ich begann mit Graffiti zur Wendezeit 1989/90. Berlin-Ost war im Umbruch, das System war gestürzt. Alles war möglich, alles war voller neuer Strömungen und Richtungen, alle waren auf der Suche – der Suche nach sich selbst. Ich war 14 Jahre alt und realisierte, nichts ist mehr wie es war, alles anders, alles neu. Es gab genug Möglichkeiten den falschen Weg zu gehen oder den Richtigen. Wenn ich zurück blicke, war alles ein Abenteuer, wir waren hungrige Kids auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Meiner sollte Graffiti sein! Es ist ein warmer Sommertag, so ca 89-90, nach der Schule gingen wir oft in den Schreibwarenladen, wegen Esspapier oder Lutscher… witzig was es damals in den Läden so gab. Da waren die ersten Marker die mein Interesse weckten, Edding 800/850er. Mega, dachte ich und Zack Taschengeld weg und ich hatte meinen ersten Marker in der Hand. Im Zuge dessen denkt man, hä so fix wusste er das der zum taggen passt?! Nö, aber nen Bekannter hatte damals einen in der Clique dabei, der machte 1985 rüber in den Westen und war zu 1989-90 wieder zurück. Schräg wars, naja egal.

Nun hatte ich nen Marker aber Null Plan wie man vorgeht! Was tut man? Da fiel mir ein “Mensch!” du hast doch 1986 den Film “Beatstreet” gesehen, der eigentlich zur politischen Erziehung diente und uns zeigen sollte das die armen Jungs aus der Bronx für Geld tanzen müssen und das sie wegen schlechten Perspektiven, Züge bemalen – sagte der Politbeauftragte.

Jetzt stand ich da mit meinem Marker, also brauchte ich einen Namen…Mein erster Name ließ nicht lange auf sich warten (*****). An einem Samstag Abend lief nen guter Film… und ich hatte meinen ersten Namen. Den schrieb ich dann mit wenig Talent überall hin. In Schreibschrift…  damals gab es so gut wie keine Sprüher, der Osten Berlins war so gut wie Jungfräulich. An der Line nichts, graue Backstein Wände, unsaniert putz war ab Einschusslöcher wie nach dem Krieg ’45, abgerockt ohne Ende. Ich hatte die Phantasie alles bunt zu machen, mein Ziel war es, das ganze DDR Alltags Grau verschwinden zu lassen.

*Wir machen einen riesen Sprung, sonst wird der der Bio Text zu lang.

Es ist 1992-94, nach vier Namen zum üben hatte ich den wenig spannenden Namen (***). Viele verstanden ihn nicht, er schien zu kryptisch, aber mir war das vollkommen egal, da die Crew in der ich war, ohne mein Wissen eingestampft wurde. ( Max ) Es war mehr als enttäuschend! Ich war wieder solo unterwegs und machte mein Ding. Das taggen – und bombing Thema war genau mein Ding.

Also ohne Crew und solo, zu allem bereit!
In einer lauen Sommernacht, ich glaube es war Freitag Abend, fuhr ich mit der S-Bahn an der Line entlang. In der Geilen Niete, mit dem genialen Sound, herrlich… der Duft der Holzklasse… ; ) ich schaute aus dem Fenster und sah oben an der Line, irgendwelche Typen an der Wand stehen. Ich dachte die übermalen mich vielleicht… auf Krawall gebürstet, rannte ich los und wollte denen meine Meinung geigen. Mit mir war damals nicht gut Kirschen essen. Ich hin, mir vollkommen egal wie Viele es waren, Hauptsache Welle machen!
Da standen dann Paule, Robert, Marcus,Markus (?) und der Sohn von Elke aus der Zentrale (Jugend-Club) und noch jemand der mir nicht einfällt. Egal!

Die ich da noch nicht kannte. Konnte ja keiner ahnen, dass das mein Leben komplett verändern würde und ich Teil einer legendären Crew wurde, das war da aber noch nicht Thema.
Wir haben uns gleich bombe verstanden und beschlossen, alles zusammen zu rocken. Es ging richtig ab!!! Da muss ich, glaube ich, nicht ins Detail gehen. Wir waren so oft es ging zusammen.
Jung, hungrig, voller kreativer Ideen… machten wir die Nacht zum Tag.
Was wirklich wichtig ist, die krass geilen 90-er kann mir niemand mehr nehmen! Ich war dabei! Ich bin Teil eures Styles, Teil eurer Philosophie! Die Liebe zu Buchstaben ist bis heute ungebrochen und Teil meines Lebens, meiner Liebe, meiner Philosophie. Ich könnte noch X Storys erzählen…
von Beef, Zug Aktionen, Security und viel Botten, Botten, Botten! Von Freunden die nicht mehr da sind, von anderen Crews, von dem Leben eines Writers. Vielleicht gibt es ja mal ein Buch darüber…
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“StueOne BND -Crew

My name is “StueOne”. Born in East-Berlin, Germany. I started with Graffiti during the time of the political turnaround in 1989/90. I didn’t have a clue what Graffiti really meant and what was behind all this. But I began to figure it out step by step. I payed my dues and got more and more into Hip-Hop and Graffiti culture. I learned to love the lines, to rock pieces and bombings – which were basically my first steps as a Writer. After a while trains followed as well. In 1992 I added fine art including photography and paintings to my portfolio. In 1994 we, my Partners in Crime and me, founded “BND” (Boming Night Department) – one of the most popular Graffiti Crews in East-Berlin. Until this very day I never stopped doing all of it with passion and joy. Over the years I established partnerships and became friends with writers and crews all over the globe. It makes me proud and happy to be able to rep’ my crew and the whole game all in all. Love & respect!

“StueOne BND-Crew 

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